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Neuigkeiten
30.05.2009, 10:00 Uhr | Rheinpfalz Frankenthal
Unterhaltsam mit sachlichen Debatten
RHEINPFALZ-FORUM: Bewerber-Quartett für Landratsposten tauscht zwei Stunden lang Argumente zu Themen im Rhein-Pfalz-Kreis aus
Schulpolitik, Wirtschaftsförderung und Familienfreundlichkeit - die Landratskandidaten Gordon Emrich (SPD),  Clemens Körner (CDU), Konrad Reichert (FDP) und Heinz-Peter Schneider (Grüne) haben sich am Donnerstagabend im Mutterstadter Palatinum einen zweistündigen Schlagabtausch geliefert, der von großer Sachlichkeit geprägt war. Die RHEINPFALZ hatte zur Podiumsdiskussion eingeladen. Moderator Jörg Schmihing führte durch die Veranstaltung, zu der 350 Besucher gekommen waren.
Presseartikel

Beim Thema „Gymnasium oder Ganztagsschule?" prallten die unterschiedlichen Vorstellungen der möglichen Nachfolger des amtierenden Landrats Werner Schröter (SPD) aufeinander. Körner und Reichert verteidigten die Entscheidung des Kreistags, ein drittes Gymnasium im Kreis einzurichten. „Es ist wichtig, genügend Gymnasien zu haben. Wir müssen unabhängig von anderen Kommunen werden. Es ist nicht gut, wenn Schüler an ihren Wunschschulen abgewiesen werden", sagte der 52-jährige FDP-Politiker.

Sein CDU-Konkurrent beteuerte, dass er keine ideologischen Probleme mit einer Integrierten Gesamtschule (IGS) habe. Dennoch: Die Anmeldezahlen würden den Wunsch nach einem weiteren Gymnasium im Kreis zum Ausdruck bringen. Das sieht der Grüne Schneider ganz und gar nicht so. Der Elternwille verlange nach mindestens einer weiteren IGS. Die Schulreform der Mainzer SPD ist für ihn ohnehin eine „Mogelpackung". Dass die IGS das pädagogisch bessere Konzept hat, findet nicht nur der 53 Jahre alte Römerberger, sondern auch Sozialdemokrat Emrich: „Der Schulentwicklungsplan muss fortgeschrieben werden. Wenn die Eltern es fordern, müssen wir über eine IGS nachdenken."

Dass das Thema Familienfreundlichkeit immer wichtiger wird, hat das Bewerber-Quartett gleichermaßen erkannt. Den Übergang von Kindertagesstätte zu Grundschule zu erleichtern, hält CDU-Mann Körner für einen wichtigen Punkt und verweist auf Dudenhofen, wo er als Bürgermeister eine Kita direkt neben der Grundschule bauen lasse. „Bauplätze werden heute nach Schul- und Betreuungsangebot ausgesucht", betont er. Für erweiterte Kita-Öffnungszeiten und einen gleichzeitigen Modell-Mix zwischen Hort, Tagesmüttern sowie Leih-Opas und -Omas plädierte Emrich, Chef des Diakonischen Werks der Pfalz. Im Zusammenhang mit den aktuellen Streiks macht sich der 52-Jährige für eine adäquate Bezahlung der Erzieherinnen stark, weil das Anforderungsprofil dieses Berufs ein viel anspruchsvolleres geworden sei.

Dass der Kreis mit Blick auf das Betreuungsangebot für Zweijährige auf einem guten Weg sei, findet der 53 Jahre alte Diplom-Pädagoge Schneider. Er monierte aber, dass Einrichtungen beispielsweise beim Thema Sprachförderung oft allein gelassen würden. Reichert, Betriebswirt bei der Kreissparkasse, nahm bei dem Themenkomplex die Eltern in die Pflicht. „Die Politik kann nur die Rahmenbedingungen schaffen."

Das freie Spiel der Kräfte will der FDP-Politiker auf die Wirtschaft beschränkt wissen. Um Gewerbetreibende besser zu unterstützen, liebäugelt Reichert mit einer zentralen Stelle im Kreis, die dem Mittelstand den Rücken stärke. Es gebe in der Region so viele interessante Firmen, mit denen der Kreis werben und andere Unternehmen anziehen könne. Eine gute Infrastruktur sei da, bei der Kinderbetreuung gebe es noch Verbesserungsbedarf. Körner kritisierte, dass man sich lange mit den von der BASF geschaffenen Arbeitsplätzen zufrieden gegeben habe. „Dort ist jetzt Kurzarbeit angesagt." Gemeinde, Kreis und Gewerbevereine müssten nun gemeinsam den Mittelstand unterstützen. Wichtig seien nicht nur die Straßen, sondern auch der Ausbau der Datenbahnen. Emrich und Schneider richteten den Blick über die Kreisgrenzen hinaus. Während der Grünen-Kandidat die Wirtschaftsförderung gerne an die Metropolregion delegieren würde, will der Sozialdemokrat die Position des Rhein-Pfalz-Kreises innerhalb dieses Wirtschaftsraums stärken. „Der Kreis spielt darin noch nicht die Rolle, die er spielen könnte", ist er überzeugt.

31.05.2009, 20:59 Uhr